Mittwoch, 11. März 2009

Umwerferschellen aus Carbon

Tuning-Parts gibt es wie Sand am Meer, doch finden sich darunter auch einige Perlen, wie zum Beispiel extrem leichte Umwerferschellen aus Kohlefaser. Nicht nur das Gewicht wird gegenüber der Original-Klemme massiv reduziert, auch die Optik ist jeder Aluminiumschelle bei weitem überlegen. Wir haben uns zwei am Markt befindliche Klemmen einmal genauer angeschaut und darüber hinaus einen Überblick verschafft, welche Hersteller hierzulande ebenfalls in Handarbeit hergestellte Kohlefaserklemmen anbieten.

Unsere beiden Modelle kommen von Supreme Bikeparts und Carbonice – Xtralight Bike Parts, einem jungen Unternehmen aus Kirchheim/Teck, deren Produkte über Rota Sport vertrieben werden. Die Klemme von Supreme werden einigen Lesern unter dem Synonym “Charliemike” bekannt sein, welcher mit seinen hervorragenden verarbeiteten Kohlefaser-Bauteilen schon so manchen Tuner glücklich gemacht hat und nun seine Produkte über Supreme Bikeparts vertreibt.

Stichwort Verarbeitung: Beide Umwerferschellen sind sauber verarbeitet und weisen keine optische Mängel auf. Unterschiede gibt es, neben der Form, in der Art des eingesetzen Gewebes. Während Supreme auf ein 1K-Gewebe setzt, werden bei Carbonice höhere K-Zahlen verarbeitet. Im Sachen Querschnitt gibt es ebenfalls Unterschiede. Beide Schellen sind belastungsgerecht mit wechselnden Wandstärken aufgebaut und zur Klemmung hin verstärkt. Bei Supreme wird zwischen Wandstärken von 0,5 und 2 Millimeter gewechselt, während Carbonice auf Stärken zwischen 0,3 und 1,2 Millimeter setzt. An der Umwerferaufnahme sind bei Supreme beide Stege zusammengenommen 3.1mm dick, bei Carbonice will man hier mit nur 1.6mm auskommen. Das macht sich auch in Sachen Gewicht bemerkbar. Hier hat die Schelle von Michael Holzner (Carbonice) mit nur 3.8 Gramm (34.9mm) die Nase vorn. Beiden Schellen können wir nach der ersten Montage eine ausreichende Steifigkeit attestieren, obgleich die Klemme von Supreme, bzw. Charliemike schon mehrere Monate zuverlässig ihren Dienst verrichtet. Ob dies auch für die Carbonice-Variante zutrifft, werden wir demnächst an dieser Stelle klären.


Auch das Komplettgewicht unterscheidet beide Modell nochmals deutlich. Die Carbonice-Schelle kommt durch eine gerade Auflage bedingt, mit einer Alumniumschraube aus, während bei Supreme eine Unterlegscheibe zum Ausgleich der Aufnahmerundung eingesetzt werden muss. So werden 6.7 (Supreme) bzw. 4.8 Gramm (jeweils inkl. M5×12 Aluminiumschraube) aufgerufen.

Neben einer zweijährigen Garantie, gibt es bei Carbonice eine Art Product-Replacement im Falle eines Unfalls und einer irreparablen Beschädigung der Umwerferklemme. So wird in solchen Fällen ein Nachlass von 25% beim Kauf einer neuen Klemme gewährt. Die Preise der beiden Schellen liegen bei heftigen 119 Euro für die Supreme (Anfertigung auf Mass nach Kundenwunsch. Je nach Rahmengröße stufenlos von 31.8mm bis 38mm erhältlich) und 74,90 Euro für die 34.9mm Carbonice-Ausführung inklusive Aluminiumschraube (sieben verschiedene Farben) - auch hier werden auf Anfrage individuelle Größen angeboten.



Ebenfalls aus Kohlefaser sind die Klemmen von Lotz Carbon und B-T-P. Beide Umwerferschellen sind nach einem ähnlichen Prinzip aufgebaut. Neben den Standard-Durchmessern gibt es beide Varianten auf Anfrage mit jedem beliebigen Rohr-Durchmesser, passend zum heimischen Rahmenmodell. Die Gewichte liegen hier ab 4.7 Gramm (34.9mm) für die Lotz-Klemme und rund 6 Gramm für die 38.8mm (Scott Scale) große Ausführung von Bernhard Langerbein. Preislich liegen beide Klemmen im Bereich von Carbonice. Julian Lotz verlangt 76 Euro für seine Klemme inkl. Aluminiumschraube und Unterlegscheibe. Bei Bernhard Langerbein kostet die Klemme “nur” 69 Euro.

Zero Gravity Bremsen

Ciamillo Cycling hat seinen Web-Auftritt überarbeitet. Ansich nichts, was einen Artikel rechtfertigen würde. Dennoch macht eine winzige Unscheinbarkeit die Sache wiederum interessant. Erstmals gibt es nämlich einen direkten Vergleich der neuen Gravitas Bremse mit den altbekannten Modellen Zero G und Negative G.




Dabei fällt auf, dass der neue Stopper deutlich filigraner ausfällt, als die ersten Animationen erahnen liessen. Auch die Kabelführung mutet recht abenteuerlich auf das hin, was Ciamillo offentsichtlich noch Probleme bereitet.


Denn noch ist die Bremse dem Prototypen-Status nicht entwachsen - das Gewicht der Bremse steht noch auf TBD (to be defined: “noch zu definieren”),der erste Liefertermin hier in Deutschland ist mit Januar auch schon so gut wie verstrichen und nirgens sind in letzer Zeit Real-Bilder aufgetaucht. Bleibt zu hoffen, dass sich Ciamillo nicht wieder in einen ewigen Prototypen verrennt und letzten Endes das Projekt eingestellt wird. Da hilft auch keine Reduzierung der UVP auf 899 Dollar…

DT Swiss Carbon XRC

Während die Fachwelt auf eine neue Rock Shox SID mit Kohlefaser-Krone hofft, hat DT Swiss still und heimlich eine XRC 100 Gabel mit eben jener Krone aus Carbon vorgestellt. Die DT Swiss CARBON XRC 100 RACE LTD verfügt dabei über die gleichen Features wie das Modell XRC RL mit offenem Ölbad und sogenanntem integrierten Twin Tube System. Ebenfalls mit Verstellmöglichkeiten des Luftdrucks, der Zugstufe und einem Remote Lockout - einer Blockiermöglichkeit per Fernbedienung vom Lenker aus. Die Scheibenbremsaufnahme ist wie bei allen 2009er Modellen mit einer Postmount-Aufnahme versehen. Das Gewicht der 100mm Gabel wird mit nur 1250 Gramm angegeben und liegt damit deutlich unter dem der Konkurenz. Die Gabel wird es laut MCG Parts (Merida & Centurion Germany GmbH) ab Anfang März für rund 1149 Euro UVP im Fachhandel geben.

Die technischen Daten im Einzelnen:


DÄMPFUNG: offenes Ölbad; SYSTEM: integriertes Twin Tube System; VERSTELLMÖGLICHKEITEN: Luftdruck, Zugstufe, Remote Lockout (Blockiermöglichkeit vom Lenker aus); STANDROHRE: 28.6 mm Aluminium; STEUERROHR und GABELKRONE: Carbon; TAUCHROHREINHEIT: Brücke und Rohre aus Carbon, Ausfallenden aus Magnesium; SCHMIERUNG: Öl; Standardachse, Scheibenbremsenaufnahmen POST MOUNT -> max. 185 mm Rotor!

XX-Light-Bikes Kabelsätze

Langsam aber sicher maussert sich Jürgen Kaiser mit seiner Firma XX-Light-Bikes zum Anbieter eines kompletten Sortiments von Komponenten und Anbauteilen. Jüngster Sproß aus dem Hause Kaiser ist ein Kabelset in verschiedenen Ausführungen:



Bremszugsystem “Teflon”:
2 Stk. Teflon-beschichteter Stahlzug, 1.8m Aussenhülle mit nur rund 20 Gramm pro Meter, 6 Alu-Kappen, 2 Quetschhülsen. Gesamtgewicht 51 Gramm Preis. 19 Euro
Bremszugsystem “Poco”:
2 Stk. Bremszüge Powercordz, 1.8 m Aussenhülle, 6 Alu-Kappen mit Tüllen zum Schutz der PowerCordz. Einbaugewicht 34 Gramm. Preis 50 Euro





Schaltzugsystem “Teflon”:
2 Stk. Teflon-beschichteter Stahlzug, 0.7 m Hülle mit 20 GRamm pro Meter, 1.1 m Hülle Standard mit 31 Gramm pro Meter, 6 Kunststoff-Kappen, 2 Quetschhülsen: 67 Gramm Einbau-Gewicht. Preis 22 Euro
Schaltzugsystem “Poco”:
2 Stk. Schaltzüge Powercordz, 0.7 m Hülle hydr., 1,1 m Hülle Standard, 6 Alu-Kappen mit Tüllen zum Schutz der PowerCordz. Gesamtgewicht 50 Gramm. Preis 54 Euro.

Die Sets wiegen zusammen also 118 Gramm bzw. 84 Gramm und kosten als Komplett-Set 40 Euro bzw. 100 Euro für die “Poco”-Variante.


Übrigens: Bei Bestellung eines Zero Gravity Gravitas Bremsenset - XX-Light-Bikes ist Importeur für 0G, welches nun im März ausgeliefert werden soll, gibt es ein Poco-Bremszugset als kostenlose Beigabe. Die neuen Bremsen aus den USA kosten derweil 899 Euro, bzw. 1024 Euro für die farbige Custom-Variante.

Chris King int. Steuersatz

Lange galt Chris King als Verfechter klassischer Steuersätze und wider dem Intergrations-Gedanken. Doch nun kündigt King einen integriertes Modell namens InSet an.


Neben dem klassischem 1-1/8″ Zoll Steuerrohr werden auch sogenannte tapered-Formen mit eigenen Steuersatz-Modellen unterstützt. Hier gibt es zwei Ausführungen: Zum Einen eine Variante bei der sich nur das Steuerrohr am unteren Ende auf 1.5″ verdickt. Zweitens, die Modelle mit speziellem Gabelschaft, welcher sich ebenfalls von 1.5 Zoll am unteren Ende bis zu 1-1/8″ Zoll am oberen Schaftende verjüngt. Nachfolgend eine Tabelle mit den wichtigsten technischen Daten:

Montag, 2. Februar 2009

Freitag, 30. Januar 2009

Kurbeln+ Steifigkeit


Jason Woznick von FairWheelBikes aus Tucson, Arizona hat seinen ausführlichen Kurbel-Test aus dem vergangenen Jahr einer Überarbeitung unterzogen und sieben neue Kurbelmodelle ebenfalls einem Testverfahren unterzogen. Neu dabei sind die Modelle von Easton (EC90), EE Cycle Works, FSA (K-Force Light), Lightning (SL und HD), Storck/THM (Powerams SL) und Stronglights X-Wing Kurbelgarnitur.


Jason zu seinem Testaufbau:

A couple of notes on how the deflection testing was done. Each arm was preloaded with 50lbs. From there another 200 lbs was added and the difference was measured in inches. Each arm was tested twice and an average of those two measurements is what I will post. A lower number represents a stiffer crank. These will be labeled as Deflection-D (Drive side deflection) and Deflection-ND (non-drive side deflection)

Diagramm zwei zeigt einen sogenannten SxW (Steifigkeits-Gewichtsindex):